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Johanna Zeul

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Johanna hat die Gabe gesaugt

Pit Klein sagt an, dass ein Journalist gesagt hat, dass Johanna Zeul mit den Fingern in der Steckdose schläft. Jetzt ist es wach, dieses Energiebündel und wir gleich mit. Hellwach sind wir nach ihrem ersten Lied. Sie macht uns an. Begeisterung brodelt durch das Zelt. Klar doch, auch die Brustnippel faszinieren, die sich effektvoll durch das t-shirt drücken, weil sich unsere Sexy das Wasser, das sie trinken muss, auch immer wieder übern Kopf schüttet. Aber doch nicht nur. Shame on you! Ihr paar verklemmten Waldecker, die ihr hernach draußen in den Diskussionen, teils empört, das Phänomen Johanna Zeul auf die nassen Brüste reduziert. Es ist heiß im Zelt. Und Johanna singt vom Tier in ihr, das die Krallen schärft und zum Sprung ansetzt. Sie fetzt die Saiten und stampft die Turnschuhe auf die Bretter. Dann haucht sie vorsichtig verletzlich vor sich hin: "gefährlich, gefährlich, weil zu ehrlich...". Ich würde sagen: gut, gut, sehr gut, weil authentisch. Um mich rum nicken sich die FreundInnen quer durchs Auditorium ergriffen zu beim Beifall und zeigen dabei zuweilen wie sie über Arme streichen um "Gänsehaut!!" anzuzeigen.

Gänsehaut? Ich empfehle jedem Veranstalter danach mindestens eine Stunde niemanden auftreten zu lassen. Er kann noch so gut sein. Er hat keine Chance. Ich registriere jedenfalls nichts mehr und denke nur: heidanei, was war jetzt das?? Ich gehe raus und sage es ihr. Ich sage zu Johanna: "Sowas habe ich hier auf der Waldeck noch nie gehört!" Sie sagt: "Aber Hotte, Du hast mich schon lange hier erlebt. Ich bin doch die Tochter von Conni und Thomas. Damals hast Du mal als Waldschrat in einem langen moosbestückten Mantel mächtig Eindruck auf mich gemacht". Ich weiß nix mehr vom Moosmantel. Aber es fällt mir wie Schuppen aus dem Resthaar: Vor mir steht die kleine Johanna., süße vier-jährige trompetende Tochter von Conni Zeul und Thomas Felder. Sie waren hier in den Achtzigern als Teil unserer wunderbaren Deutsch-Französischen Chanson-Rock-Familie "Bourges-Waldeck". Lange und oft haben sie hier gefeilt an der Bühnenshow "Jeseits von Casablanca", wo Mama Conni das Akkordeon traktiert und jault und schluchzt: "Ich bin so frei und zeig Dir auch mein Zittern..". Und wer einmal Papa Thomas gehört hat, wie er heult, "wenn der Sturm aufkommt", der kennt das, wenn´s einem eiskalt über den Rücken läuft, wenn einer Balladen singen kann.

Es sind also die Gene. Wer hätte das gedacht. Johanna hat die Gabe aus Conni´s Zitzen gesaugt - dieses Monster da auf der Bühne. Herrlich, herrlich, herrlich!!! Und durch wundersame Galvanisation der Töne knistern mir die Hände noch eine Stunde nach dieser Pfingst-Erleuchtung.

Ach, Johanna, schlaf Dich noch mal aus. Steck die Finger in die Dose. Und komm bitte wieder nächstes Jahr.

Hotte Schneider

 

 

Johanna Zeul ganz rechts unten mit Trompete



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Hotte Schneider: Die Waldeck

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Der Sänger, Liederforscher und Liedermacher Peter Rohland, die Waldeck-Festivals und das politische Lied der 1848er Revolution

Die Peter Rohland Stiftung lädt herzlich ein zur 
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Montag, den11. Oktober 2010, um 19.30 Uhr