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Breker ist nicht gleich Breker

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Manche Rezensenten haben es gemerkt: Als Gestalter des genialen Festivalplakats mit den Vögelchen wurde in der ersten Auflage des Bear-Family-Begleitbuchs versehentlich A r n o Breker ausgewiesen, der als prominentester Bildhauer des Dritten Reiches zu den künstlerischen und ideologischen Vorkämpfern der Nazidiktatur gerechnet wird. Seine Audrucksform wurde als „gestaltete Gesinnung, formgewordene Weltanschauung" (Wikipedia) gepriesen. Wie sollte das mit mit dem aufmüpfigen, jugendlichen Geist der Festivals zusammenpassen?

Es konnte nicht sein und war auch nicht so: Weder Arno noch sein Bruder Hans, ebenfalls Bildhauer, hatten jemals mit der Burg Waldeck zu tun. Das Plakat stammt von W a l t e r Breker, der mit den beiden anderen Brekers weder familiär noch geistig verwandt war.

Walter Brekers graphische Schöpfung gefiel so gut, dass das Vögelchen seitdem als Logo der ABW-Waldeck auf allen Briefbögen und Publikationen prangt und vor kurzem auch markenrechtlich angemeldet und geschützt wurde. Auch die neue CD-Edition von Bear Family transportiert -zigfach den fröhlichen Vogel in die Lande.

Stephan Rögner hat den Nachlass des Vögelchen-Schöpfers im Klingspor-Museum für internationale Buch- und Schriftkunst in Offenbach gesichtet und Kontakt zur Familie aufgenommen. Danach ist über den Mann, der eines der wichtigsten Symbole der Waldeck geschaffen hat, festzuhalten:

Geboren am 12. 4. 1904 als Sohn eines Werkzeugmachers in Bielefeld, starb Walter Breker am
16. 9. 1980 in Olsberg im Sauerland. Dazwischen Studium an der Kunstgewerbeschule Bielefeld, Arbeit in verschiedenen Druckereien, Assistent an der Kunsgewerbeschule Magdeburg. Ab 1934 Lehrauftrag an der Werkkunstschule Krefeld (angewandte Grafik und Buchgrafik). Ab 1954 dann Professor an der Kunstakademie Düsseldorf für angewandte Grafik, wo sich die Bekanntschaft mit Erich Wenzel ergab, der ihn 1964 zu dem Treffen mit den Festivalmachern auf die Waldeck brachte. Dabei kam die denkwürdige Runde in Burgvogt Otto Wenzels Klause bei Moselwein zustande, bei der Breker die Anwesenden zum Abdruck ihrer Daumen auf einen Papierbogen brachte, Schnäbel, Füße und Linien hinzufügte und so den Grundstock des legendären Plakats schuf.

Erich Wenzel, Vorsitzender der ABW von 1953 - 1963, war damals in Düsseldorf für den Deutschen Werkbund tätig und gab das ABW-Mitteilungsblatt Baybachbote heraus.

Breker hat das Vögelchenmotiv offenbar häufiger verwendet, auch für ein ganzes Vögelchen-Alphabet, gefiederte Buchstaben, mit denen er in die nüchterne Schriftgraphik einen Touch in Richtung Phantasie, Leichtigkeit und Humor einbrachte.

Breker erhielt zahlreiche nationale und internationale Preise, konnte seine Arbeiten auf Ausstellungen im In- und Ausland präsentieren, veröffentlichte Fachaufsätze, gestaltete Bücher und Kataloge. Er war also in seinem Metier kein Unbekannter. Die zweifelhafte Bekanntheit seines Namensvetters Arno erreichte er nicht.

Die Waldeck kann also ihr Logo guten Gewissens beibehalten und das historische Plakat weiter ausstellen.
molo

 

 

Breker
Walter Breker

 


Online-translation:
FoxLingo English French

Hotte Schneider: Die Waldeck

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Die CD-Sonderausgabe

Die Festival - CDs 1964 - 1968

 



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Ausstellung bei ver.di
Der Sänger, Liederforscher und Liedermacher Peter Rohland, die Waldeck-Festivals und das politische Lied der 1848er Revolution

Die Peter Rohland Stiftung lädt herzlich ein zur 
Eröffnung der Ausstellung am

Montag, den11. Oktober 2010, um 19.30 Uhr